Der Erbgut-Kopiermaschine in der Zelle auf der Spur:

 

Der Preisträger in Medizin gratuliert dem Preisträger in Chemie: Andrew Fire (rechts) mit Roger Kornberg (links). Vater Arthur Kornberg in der Mitte.

Die Schlagzeile:

     The Nobel Prize in Chemistry 2006:
Die schwedische Akademie der Wissenschaften verleiht den Nobelpreis in Chemie an den US-Amerikaner Roger D. Kornberg. Der 59-Jährige lehrt Strukturelle Biologie an der kalifornischen Stanford University:
"for his studies of the molecular basis of eukaryotic transcription"
Die Nobelpreisverleihung ist nicht die erste, der Roger Kornberg beiwohnt: Bereits mit zwölf Jahren war Kornberg in Stockholm gewesen. Damals erhielt Kornbergs Vater - Arthur Kornberg - den Nobelpreis für Medizin. Während sich der Vater in seinen Forschungen der Frage widmete, wie genetische Informationen von einer DNA-Mutterzelle an ihre Tochterzellen weitergegeben werden, erklärt Roger Kornberg nun, wie die Information von der DNA auf die Boten- RNA überschrieben wird.

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Schnappschuss der Transkription: weiß die RNA-Polymerase, blau die DNA mit der Erbinformation und rot die sich bildende RNA, die die genetische Info zur Produktion von Eiweißen transportiert.

Die eukaryontische Transkription:

Der von Kornberg beschriebene Vorgang sorgt bei höheren Organismen wie Hefepilzen und Menschen dafür, dass die Gene in Eiweiße umgesetzt werden, die fast alle Aufgaben des Lebens übernehmen.
Die vom Team des neuen Chemie-Nobelpreisträgers Roger Kornberg gefertigten Bilder aus dem Jahr 2001 und spätere Aufnahmen zeigten in bis dato unerreichter Genauigkeit exakt jenen Proteinkomplex bei seiner Arbeit, der im Zellkern die Boten aus RNA fertigt. Der riesige Proteinkomplex trägt den Namen RNA- Polymerase. Das von ihr ausgeführte Kopieren heißt Transkription (lateinisch für: übersetzen, übertragen) und ist einer der grundsätzlichsten Mechanismen des Lebens. [*]
I
n mühevoller, zehnjähriger Arbeit entwickelte Kornberg eine Methode, wie Hefezellen als Modell für die Eukaryotentranskription eingesetzt und die Prozesse in ihrem Inneren im Detail analysiert werden können. Dank dieses Modellsystems entdeckte er einen weiteren Molekülkomplex, der eine entscheidende Rolle als An- Aus- Schalter für die Transkription spielt. Dieser Mediator genannte Komplex reguliert letztlich, im Wechselspiel mit gewebespezifischen Substanzen und speziellen „Verstärkern“ in der DNA. Für die Medizin haben diese Erkenntnisse weit reichende Bedeutung, da zahlreiche Krankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen aber auch Entzündungen mit Störungen in der Transkription in Verbindung stehen.