Menschen klonen:

Englische Forscher haben erstmals in Europa vier menschliche Klonembryonen erschaffen. Das Team um Miodrag Stojkovic hat die Kerne embryonaler Stammzellen in Eizellen von elf Frauen gepackt. Drei der kleinen Klone lebten im Labor immerhin drei Tage lang, ein weiterer brachte es sogar auf fünf. 2004 hatten Hwang und sein Team die weltweit erste menschliche Stammzelllinie aus einem Klonembryo produziert. Die Forscher hatten die Körperzelle einer Frau in deren eigene Eizelle eingesetzt. Jetzt pflanzten sie fremdes Erbgut in die Eizelle und wiesen damit nach, dass sie theoretisch für jeden Patienten eine eigene Stammzelllinie herstellen könnten und so Gewebe produzieren, das vom Körper als sein eigenes erkannt würde.

Miodrag Stojkovic
von der University of Newcastle in England

Hwang Woo Suk von der Nationalen
Universität in Seoul in Südkorea

... und was hört man von den deutschen Forschern:

„Wir wussten aus Klonversuchen bei Tieren, dass so gute Erfolge möglich sind“, sagt der Münchner Forscher Wolfgang-Michael Franz, der versucht, aus menschlichen embryonalen Stammzellen Herzzellen zu züchten. „Jetzt ist das Konzept des therapeutischen Klonens auch für den Menschen bewiesen.“ Aber seit knapp drei Jahren verbietet das deutsche Stammzellgesetz, mit Stammzellen zu arbeiten, die vor dem Stichtag 1. Januar 2002 hergestellt wurden. Die Regelung soll verhindern, dass Embryonen zum Zwecke der Forschung getötet werden. „Wir brauchen aber gemeinsam genutzte
Zelllinien“, sagt Oliver Brüstle vom Institut für Rekonstruktive Neurobiologie an der Universität Bonn. „Es kann doch nicht angehen, dass die Kollegen in Edinburgh oder Stockholm an neuen Stammzelllinien arbeiten dürfen und wir uns auf die alten beschränken müssen.“ Für „bizarr“ hält er das hiesige Gesetz: „Für denselben Versuch, den jetzt die Südkoreaner gemacht haben, würden deutsche Forscher mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.“

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