Das Vogelgrippevirus  H5N1 Typ A  -  Panik oder Sorgfalt ?

A-H5N1 ist die Bezeichnung für den Erreger des aktuellen Ausbruchs der so genannten Vogelgrippe in Asien und Osteuropa. Es ist ein als hoch pathogenes aviäres Influenzavirus (HPAIV) bezeichnetes Influenza-Virus (also Grippevirus) und damit ein behülltes Einzel(-)-Strang-RNA-Virus [ss(-)RNA] aus der Familie der Orthomyxoviren. Der Subtyp A/H5N1 hat auf seiner Oberfläche die 5. Variante des Hämagglutinins (H5) sowie die 1. Variante der Neuraminidase (N1). Diese Untertypen befallen üblicherweise jeweils nur bestimmte Wirte, während sie von einer weiteren Anzahl an Infektionsvektoren verbreitet werden können, ohne dass diese Tiere erkranken.

Die Schlagzeile:  Tödliches Virus erreicht Deutschland

Nur keine Panik, alles ist unter Kontrolle, lauten die Botschaften der deutschen Politiker und Wissenschaftler. Trotzdem sind viele Menschen beunruhigt und das sicher nicht zu unrecht. Auch den Experten gibt der Infektionsweg nach Deutschland Rätsel auf. Die toten Vögel werden mit Schutzkleidung beseitigt, es werden Schutzzonen eingerichtet und die Stallpflicht für Nutzgeflügel gilt inzwischen für ganz Deutschland. Es gilt ein Transportverbot für Vögel, Geflügelmärkte sind verboten. Trotzdem wird sich die Vogelgrippe weiter ausbreiten. (Vogelzug) Aber es erfolgt keine Übertragung über erhitztes (mind. 70°C) Geflügelfleisch bzw. Eier.
Sorge bereitet den Experten aber, das sich das Virus verändern könnte und damit eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich wird. Die Folge wäre dann eine weltweite Seuche, der Millionen Menschen zum Opfer fallen würden. Zur Zeit gibt es keinen wirksamen Impfschutz gegen Vogelgrippe, es existieren lediglich 2 Medikamente, die den Krankheitsverlauf  mildern.
Wer verendete Vögel findet, sollte unverzüglich die Behörden informieren. Die Tiere dürfen nicht mit bloßer Hand angefasst werden.
Beim Menschen ähnelt die aviäre Influenza einer schweren Grippe: Zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung bekommt der Kranke hohes Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Husten, Gliederschmerzen und Lungenentzündung. Etwa die Hälfte der Kranken leidet unter Durchfall. Auch Übelkeit und Bauchschmerzen können hinzukommen. Bisher starb etwa die Hälfte der Erkrankten.

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Die Vogelgrippe, auch als aviäre Influenza bekannt,
 ist eine hochansteckende Viruskrankheit und befällt vor allem Hühner und Puten, aber auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner. Der Virusstamm H5N1 ist eine besonders aggressive Variante, die bei 80 bis 100 Prozent der erkrankten Tiere innerhalb weniger Tage zum Tod führt. In seltenen Fällen können sich auch Menschen anstecken. In Asien wurden bisher weit über 100 solcher Fälle berichtet, mehr als 70 Menschen starben. Die meisten hatten beruflich mit Geflügel zu tun. Übertragen wird die Seuche von Tier zu Tier durch direkte Berührung, über Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit oder über Kontakt mit infiziertem Material wie Transportkisten oder Eierkartons. Bei starker Staubentwicklung ist auch eine indirekte Ansteckung über die Luft möglich. Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt meist 3 bis 14 Tage. Oft treten hohes Fieber, Atemwegsprobleme, Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen, Mattigkeit, Fressunlust, verminderte Legeleistung und Durchfall auf. Die Tiere können aber auch plötzlich tot umfallen oder ersticken. Forscher sind besorgt, dass H5N1 mutieren könnte, bis es von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Neuere Forschungsergebnisse bestätigen diese Befürchtung: Der Subtyp H1N1, der von 1918 bis 1920 als Spanische Grippe grassierte und bis zu 50 Millionen Tote forderte, war ein reines Vogelvirus, das sich an den Menschen angepasst hat. Denkbar ist auch eine Doppelinfektion eines Menschen oder eines Schweins mit menschlichen und tierischen Erregern. Dabei könnte sich eine Virus-Variante bilden, die eine verheerende weltweite Seuche - eine sogenannte Pandemie - auslösen könnte. Zwei Medikamente können Menschen im unwahrscheinlichen Fall einer H5N1-Infektion helfen: Die antiviralen Medikamente Tamiflu (Roche) und Relenza (GlaxoSmithKline). Tamiflu gibt es als Tablette oder Saft, Relenza als Pulver, das inhaliert wird. Sie werden auch Neuraminidase-Hemmer genannt. Neuraminidase ist eine Eiweißstruktur an der Virushülle. Wird diese Struktur von den Medikamenten blockiert, können neu gebildete Influenza-Viren die Wirtszelle nicht mehr verlassen und sich daher nicht weiter im Körper ausbreiten. Die deutschen Bundesländer wollen bis Ende 2006 mehr als acht Millionen Dosen beider Medikamente als Vorsichtsmaßnahme kaufen. Sie sollen die Monate zwischen einem Pandemie-Ausbruch und der Entwicklung eines Impfstoffs überbrücken.

Das Influenza- (Grippe-) Virus ist ein RNA-Virus aus der Familie der Orthomyxoviren.
[Myxoviren (von gr. myxa = Schleim) sind eine wichtige Gruppe von Viren, die die Atemwege von Säugetieren und Vögeln befallen.] Es gibt drei Arten dieses Virus (A, B und C). Besonders Influenza A-Viren zeichnen sich durch große Unterschiede in den Antigeneigenschaften aus, die auf hoher Mutationsfrequenz und Neugruppierungen beruhen. Das primäre Reservoir aller Influenza A-Viren liegt im Wassergeflügel. Orthomyxoviren sind meist kugelförmig und haben eine Größe von 80-120 Nanometer. Die Oberfläche ist mit Stacheln besetzt. Wichtigster Vertreter aus dieser Gruppe ist das Influenzavirus, das die echte Grippe auslöst. Auch Vögel können an einer Infektion durch Influenzaviren erkranken, und zwar an der Vogelgrippe oder Geflügelpest [aviäre Influenza (lat. avis: Vogel)]. Vogelgrippeviren sind auf den Menschen übertragbar, 1997 starben daran in Hongkong sechs Menschen. Der Erreger, das Virus H5N1 Typ A, war zuvor ausschließlich bei Vögeln nachgewiesen worden. Geringfügige Änderungen im Erbgut der Vogelgrippeviren hatten es diesen ermöglicht, die Artenbarriere vom Vogel zum Menschen zu überspringen. Die besondere Virulenz (krank machende Wirkung) des Erregers für den Menschen war durch jeweils nur eine veränderte Aminosäure in den beiden Proteinen Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) entstanden. Von Ende 2003 bis Anfang 2006 erkrankten etwa 150 Menschen am Virustyp H5N1, von denen mehr als 70 starben; betroffen waren vor allem Vietnam, Thailand und Indonesien, außerdem China, Kambodscha und die Türkei. Wahrscheinlich hatten sich alle Erkrankten durch engen Kontakt mit Geflügel (etwa bei Schlachtungen) oder durch Geflügelkot angesteckt; drei in der Türkei gestorbene Kinder hatten mit dem Kopf eines geschlachteten Huhnes gespielt. Mehr als 200 Millionen Haushühner starben an dem Virus oder wurden getötet, ein erheblicher Teil der Tiere wurde lebendig begraben oder lebendig verbrannt. Es gibt Hinweise, dass der Subtyp H5N1 auch von Hausschweinen und Hauskatzen übertragen werden kann. Wissenschaftler befürchteten, das vor allem für Vögel pathogene H5N1 könne sein Erbgut im Körper eines Menschen mit dem Erbgut eines anderen, für Menschen besonders pathogenen Typs von Grippeviren zu einem neuen, hochinfektiösen Virus kombinieren. Diese Befürchtung wird dadurch gestützt, dass auch die Erreger der asiatischen Grippe (1957/58) und der Hongkong-Grippe (1968/69) jeweils aus einer Kombination von vogel- und humanpathogenen Viren hervorgingen. Der Erreger der spanischen Grippe (1918-1920) befiel demgegenüber zunächst nur Vögel und wurde nach geringfügigen genetischen Änderungen, die sich teilweise in identischer Weise auch bei H5N1 fanden, humanpathogen. Zugvögel können das Virus schnell über große Distanzen verbreiten; Wasservögel nehmen es leicht auf, wenn das Gewässer durch Kot kontaminiert ist. Im Sommer 2005 erreichte die Epidemie zunächst Russland und Kasachstan, wo Tausende von Hühnern, Enten und Gänsen starben, dann die Türkei und im Herbst Rumänien, Kroatien und die Ukraine. November 2005, China: H5N1 breitet sich in neun Provinzen aus. Zwei Menschen sterben. Dezember 2005, Ukraine, Rumänien: An elf Orten auf der Halbinsel Krim wird bei toten Vögeln H5N1 nachgewiesen. In Rumänien werden nahe der bulgarischen Grenze neue Fälle der Tierkrankheit festgestellt. Anfang Januar 2006, Türkei: Erneut Ausbrüche von H5N1. Das Virus breitet sich von Südosten schnell westwärts aus. Zwölf Menschen erkranken, vier sterben. Ende Januar, Zypern, Irak, Saudi Arabien: Ausbruch bei Wildvögeln in Nordzypern. Ein Mädchen stirbt im Irak an H5N1. Das Virus wird bei Falken in Saudi-Arabien nachgewiesen. 9. Februar, Nigeria: H5N1 hat Afrika erreicht. Ausbrüche in drei Provinzen Nigerias. 12. Februar, Italien, Bulgarien, Slowenien, Griechenland, Kasachstan: Mit Zugvögeln reist H5N1 nach Süd- und Osteuropa. 14. Februar, Deutschland, Österreich: Wildschwäne sterben auf Rügen. Erstmals wird H5N1 bei Tieren in Deutschland nachgewiesen. Auch bei Wildschwänen in der Steiermark in Österreich wird das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen.