Die Tigermücken und die "Gekrümmten"

Die lokalen Behörden der Insel La Reunion werden mit Armeeangehörigen verstärkt, die mit Insektiziden dem Aedes albopictus den totalen Krieg erklärt haben. Überall sind mit Gasmasken und Schutzoveralls ausgerüstete Soldaten und Gemeindeangestellte im Einsatz, um in Tümpeln, in Gärten und in der Umgebung der Dörfer mit Spritzgeräten die Larven der Mücke auszurotten.

Die Schlagzeile:

 

Auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean gibt es nach Angaben der Regierung bald 100 000 Fälle des gefährlichen Chikungunya-Fiebers. Chikungunya (Kisuaheli für «der gekrümmt Gehende») wird durch ein von Stechmücken übertragenes Virus ausgelöst. Infizierte leiden zuweilen wochenlang unter Hautausschlägen, hohem Fieber, Gelenk- und Gliederschmerzen; ein Gegenmittel gibt es nicht. Zur Mückenbekämpfung sind auf La Réunion hunderte französische Soldaten im Einsatz.

 

 

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Die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)

Bevor die Stechmücke ihre Nahrung aufnimmt, spritzt sie durch Ihren Stechrüssel ein Drüsensekret in ihr Opfer hinein. In diesem Sekret befindet sich hauptsächlich ein Wirkstoff, der eine mögliche Blutgerinnung in ihrem Rüssel während der Nahrungsaufnahme verhindern soll, damit er nicht verstopft. Außerdem wird der Blutfluss zur Einstichstelle hin verstärkt. Für das "Opfer"  ist der eingespritzte Mückenspeichel ein Fremdkörper, das Abwehrsystem reagiert darauf, es juckt und brennt mehr oder minder lange, und die Haut an der Einstichstelle schwillt an. Es bildet sich eine so genannte Quaddel. In dem Speichel können auch Krankheitserreger enthalten sein. Wenn diese Krankheitserreger in der Mücke nicht nur überleben sondern sich auch noch in ihr vermehren und oder wandeln, dann ist die Mücke ein Wirt bzw. Zwischenwirt für diese Krankheitserreger und infiziert in schon beschriebener Weise ihr nächstes Nahrungsopfer. Einige Stechmückenarten können daher als Vektoren auf biologischem Wege bei Mensch und Tier Krankheiten übertragen.

Chikungunya-Fieber ist eineVirusinfektion die in Süd- und Südostasien sowie in Afrika, südlich der Sahara vorkommt. Die Erkrankung ist erstmals 1952 in Tansania beobachtet worden.Die Erreger des Chikungunya-Fiebers sind die Alpha-Viren, die durch Mückenstiche auf den Menschen übertragen werden. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis acht Tagen kommt es plötzlich zu hohem Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen sowie Gelenkschmerzen. Danach kommt es zu einer Phase der Besserung mit Fieberabfall und Besserung der Allgemeinsymptome. In einigen Fällen kommt es zu einem erneuten Fieberanstieg mit sehr starken Schmerzen der kleinen Gelenke und Hautausschlag. In schweren Verläufen halten die Gelenkbeschwerden monatelang an. Der Name Chikungunya leitet sich von der einheimischen Bezeichnung für starkes Krümmen ab. Die verkrampfte Beugehaltung entsteht als Folge der starken Gelenkschmerzen. Die Diagnose kann durch den Nachweis der Viren im Blut oder der Identifikation der spezifischen Antikörper gegen das Virus gestellt werden. In den meisten Fällen ist eine sichere Diagnose jedoch nicht erforderlich, da sie kaum Einfluss auf die Therapie hat. Die Therapie des Chikungunya-Fiebers erfolgt rein symptomatisch. Da eine Bekämpfung der Viren selbst nicht möglich ist, erhält der Patient nur fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente. Vor Beginn der Therapie muss jedoch sichergestellt werden, dass es sich nicht um Malaria handelt. Da es keine Impfmöglichkeit gibt, kann die Vorbeugung nur durch Mückenschutz erfolgen. Die Viren werden jedoch auch von tagaktiven Stechmücken übertragen. Daher müssen Sie auch tagsüber ein Mückenschutzmittel benutzen. Außerdem sollten Sie in Sumpf- oder Feuchtgebieten lange Hemden und Hosen tragen.

Es gibt weder ein wirksames Medikament zur Behandlung noch einen vorbeugenden Impfstoff. Das Virus ist zwar seit etwa 50 Jahren bekannt, da es aber ausschließlich in Entwicklungsländern vorkam, wurde kaum zu möglichen Medikamenten geforscht.Einziges Gegenmittel ist Bekämpfung der Mücken, geschlossene Kleidung und Moskitonetze bei Nacht. Die Bekämpfung in tropischen Regionen ist schwierig, da die Mücken besonders zur Regenzeit auftreten, wo eine chemische Bekämpfung kaum möglich ist, ohne die Fauna nachhaltig zu schädigen.

Die Erkrankung wird durch das Chikungunya-Virus (CHIKV) ausgelöst. Das Krankheitverursachende Virus ist ein Einzel(+)-Strang-RNA-Virus [ss(+)RNA] und gehört zur Gattung Alphavirus aus der Familie der Togaviridae. Das Virus ähnelt denen, die zu Denguefieber und Gelbfieber führen und ist eng mit dem O'nyong'nyong-Virus verwandt