«Tiere des Jahres 2005»: Braunbär und Bachforelle

 

Als bedrohte Botschafter der Natur sind der Braunbär und die Bachforelle zu «Tieren des Jahres 2005» ausgerufen worden. Während der Braunbär (Ursus arctos) in den Alpen zu einem leisen Comeback ansetzt, ist die Bachforelle (Salmo trutta fario) in den begradigten und belasteten deutschen Gewässern selten geworden. Dem noch in den 50er Jahren häufigen Fisch sei nur rund ein Zehntel seines ursprünglichen Lebensraums geblieben, betonte der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) in Offenbach.

Die 30 bis 60 Zentimeter lange und bis zu zwei Kilogramm schwere Bachforelle fühle sich in klaren, kalten und sauerstoffreichen kleineren Flüssen wohl und reagiert sehr empfindlich auf Verschmutzungen. Der «Fisch des Jahres 2005», der einen dunkel-olivgrünen Rücken mit schwarzen Flecken sowie rote Punkte auf den goldgelben Flanken hat, liebt überhängende Büsche als Versteck und verschwindet aus begradigten Bächen schnell. Nur in naturnahen Flüssen mit hoher Wasserqualität habe die Bachforelle wieder eine Chance, betonte der VDSF.

Der Braunbär, das «Wildtier des Jahres 2005», kehrt dagegen in die Alpen zurück, wo er seit Ende des 19. Jahrhunderts verschwunden war. Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild in Bonn rechnet damit, dass der «Petz» auch im deutschen Alpengebiet wieder heimisch wird. Das letzte Exemplar soll 1835 bei Ruhpolding (Bayern) erlegt worden sein. Heute seien die Tiere mit einer kleinen Kolonie in der Nähe der bayerischen Grenze, in Kärnten und der Steiermark anzutreffen. «Wenn der Braunbär wieder nach Deutschland kommt, dann sollte er toleriert werden - genau wie Luchs oder Wolf», forderte der Sprecher der Schutzgemeinschaft, Werner Koep.

In ganz Europa leben noch etwa 6 000 bis 10 000 Braunbären. Die meisten Bären gibt es in südosteuropäischen und osteuropäischen Ländern (an der Spitze Rumänien/Karpaten mit rund 4 500) sowie in Schweden und Finnland (zusammen mehr als 1 000). Die Tiere leben meist in unfruchtbaren, bewaldeten, bergigen Regionen. Die Allesfresser erlegen Nagetiere und Huftiere, ernähren sich aber vorwiegend von pflanzlicher Nahrung und bevorzugen dabei Beeren und Früchte. Zur Winterruhe ziehen sich Braunbären in Erd- oder Felshöhlen zurück.

 

Ursus arctos

Salmo trutta fario

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