Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum...
 

Der klassische deutsche Weihnachtsbaum: Die Weißtanne (Albies alba)

Seit in deutschen Forsten zu viele Rehe äsen, verschwindet mit der Tanne der klassische Weihnachtsbaum, den es in Deutschland schon erheblich länger als das Christentum gibt: Schon die Germanen stellten zur Wintersonnenwende (Julefest) Weißtannen auf, weil sie als Sinnbild von Stärke und Hoffnung galten.

Tannen haben im Allgemeinen einen aufrechten Stamm und einen leicht pyramidenförmigen Wuchs; die Zweige befinden sich in Quirlen am Stamm. Die Zapfen stehen im Reifezustand aufrecht (bei Fichten dagegen hängen sie herab); sie bestehen aus dünnen, fest anliegenden Schuppen, und jede Schuppe trägt zwei Flügelsamen. Die nadelförmigen Blätter stehen schraubig; der Mittelnerv zeigt sich deutlich auf der weißlichen Unterseite. Rund 50 Tannenarten sind überall auf der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet. Die auch in Südeuropa vorkommende Weißtanne (Edeltanne, Silbertanne) ist die einzige in Mitteleuropa heimische Tannenart. Ihr natürlicher Lebensraum sind die Mittelgebirge, wo sie mit Rotbuchen und Fichten vergesellschaftet auftritt. Die Weißtanne wird bis zu 65 Meter hoch und ist damit die höchste Baumart Europas, ihr Stammdurchmesser beträgt maximal zwei Meter. Der Name Weißtanne bezieht sich auf die silbergraue Rinde. Die großen Zweige biegen sich am Ende aufwärts; die Nadeln sind oberseits dunkelgrün, und auf der Unterseite tragen sie zwei weiße Streifen. Weißtannen können über 500 Jahre alt werden.

Das Kuratorium Baum des Jahres wählte die Weißtanne zum „Baum des Jahres 2004”, weil sie Symbol einer naturnahen Waldwirtschaft sei, besonders empfindlich auf Luftschadstoffe reagiere und ihr Schicksal damit zum Handeln im Umweltschutz ansporne. Die u. a. im Schwarzwald, im Thüringer Wald und in Bayern vorkommende Weißtanne wird in vier deutschen Bundesländern auf Roten Listen gefährdeter Pflanzenarten geführt.

 

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