Gemeine Sonnenblume (Helianthus annuus)
 

Die Sonnenblumen, Gattung Helianthus [grch. helios = Sonne; anthos = Blume, Blüte], gehören zur Familie der Korbblütler [Compositae] - Ordnung Asterales. Die bekannteste Art ist die Gemeine Sonnenblume (Helianthus annuus) [lat. annuus = jährig], bis über 3m hoch, mit großen, gestielten, rau behaarten Blättern. Ihre Blütenköpfe haben einen Durchmesser von 20 bis 50 cm. Die Samen (Sonnenblumenkerne) enthalten den Embryo, der in seinen Speicherkeimblättern etwa 25% Eiweiß, etwa 50% fettes Öl und 8% Kohlenhydrate enthält (Sonnenblumenöl). Als Nutzpflanze wird die Gemeine Sonnenblume u.a. in Südosteuropa, Argentinien, Frankreich, China und den USA kultiviert. Einige einjährige Arten und ihre Sorten sind beliebte Gartenzierpflanzen. Die Sonnenblume folgt mit ihrem Blütenstand dem Lauf der Sonne. Das Auxin [β-Indolessigsäure] wird verstärkt auf der beschatteten Seite der Pflanze gespeichert, wenn der Lichteinfall nicht überall gleich groß ist. Durch dieses pflanzliche Wachstumshormon wächst die im Dunkeln liegende Seite schneller als die beschienene Seite, so dass sich der Stängel der Sonne zuneigt.

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Herkunft:

Die Kulturform der Gemeinen Sonnenblume entwickelte sich in vorkolumbischer Zeit im südlichen Teil Nordamerikas. Aus Peru kam sie ab 1569 über Spanien nach Europa. Der spanische Arzt und Botaniker Nicolás Monardes beschrieb sie 1582. Um 1830 wurde sie erstmals in Russland zur Ölgewinnung angebaut.
 

 

Wirtschaft:

Neben der Ölpalme, der Sojabohne und dem Raps ist die Sonnenblume heute die viertwichtigste Ölpflanze der Erde. Weltweit werden über 9 Mill. Tonnen Sonnenblumenöl gewonnen. Haupterzeuger sind Russland, Ukraine, China, USA und Frankreich. Neben Speiseöl werden Margarine, Seifen und Kerzen aus Sonnenblumen hergestellt. Die Blätter und der Presskuchen nach der Ölgewinnung dienen als Viehfutter.

 

Rekorde:

In diesem Sommer wurde eine Sonnenblume in einem Garten in Leuna 4,35 m groß. Im österreichischen Tulbing gibt es einen Sonnenblumenpark mit einem Sonnenblumen- Irrgarten. Die größte Sonnenblume stand 1986 im niederländischen Oirschot [7,76 m], die kleinste erreichte eine Höhe von 5,6 cm.

 

Taxonomie:

Abteilung:  Spermatophyta (Samenpflanzen)
 Unterabteilung:  Angiospermae (Bedecktsamige Pflanzen)
 Klasse:  Dicotyledoneae (Zweikeimblättrige Pflanzen)
 Unterklasse:  Asteridae (Asternähnliche)
 Ordnung:  Asterales (Asternartige Pflanzen)
 Familie:  Asteraceae (Compositae) (Köpfchenblüter)
 Unterfamilie:  Asteroideae (Röhrenblütige)
 Gattung:  Helianthus (Sonnenblume)
 Art:  Helianthus annuus L. (Gewöhnliche Sonnenblume)

 

Artmerkmale:

Stängel 2-7(-9) cm dick, aufrecht, einfach oder oberwärts verzweigt, abstehend rauhaarig.
Blätter fast alle wechselständig, gestielt; Spreite etwa 10-40 cm lang und 5-35 cm breit, herz- bis eiförmig, unregelmäßig kerbig gesägt, beiderseits kurz borstenhaarig, am Grund plötzlich in den Stiel verschmälert.
Köpfe meist nickend, bis 30(-50) cm breit, einzeln oder zu wenigen; Hüllblätter mehrreihig, eiförmig-länglich, spitz, krautig; Spreublätter 3-zipfelig, die Früchte halbumfassend; Zungenblüten 20-70, mit 3-10 cm langer und 1-3 cm breiter, meist goldgelber Zunge; Röhrenblüten sehr zahlreich, braun oder seltener gelb; Staubbeutel schwarz oder purpurn

Chromosomen:  2n = 34

Vorkommen u. Standort: Kultiviert, zuweilen verwildert an Schuttplätzen oder ähnlichen Orten; gern frische, nährstoffreiche Böden

Häufigkeit: Verbreitet kultiviert, selten verwildert

Blütezeit:  Juli bis Oktober

Früchte: 4-15 mm lang, seitlich abgeflacht, verkehrt-eiförmig bis keilförmig, längsgestreift, flaumhaarig, weißlich, gelblich, grau bis schwarz oder grau bis schwarz und hell längsgestreift; Pappusborsten 2, hinfällig