Der Queller - ein Gänsefußgewächs am Meer

Salicornia europaea
[Der Gemeine Queller]

Queller bilden weltweit mit 30 oft bestandsbildenden Arten an Meeresküsten und auf Salzböden im Binnenland die Gattung Salicornia der Familie der Gänsefußgewächse [Chenopodiaceae]. Es handelt sich um Salzpflanzen [Halophyten] mit armleuchterartig verzweigten, sukkulenten Sprossachsen, die oft glasig wirken. Weil die Blätter zu Schuppen reduziert sind, übernimmt der grüne Spross die Photosynthese. Die bekannteste Art ist der Gemeine Queller, eine ein- bis zweijährige, bis 30 Zentimeter hohe Pflanze mit unscheinbaren, windbestäubten Blüten.


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An Küsten mit günstigen Anschwemmungsverhältnissen wird die  Landgewinnung aus dem Wattenmeer betrieben. Das Ablagern von Sinkstoffen während der Flut wird gefördert durch in das Watt vorgetriebene Lahnungen und Buhnen und dazwischengezogene Gräben (Gruppen, Grüppen). Der Schlick wird auf zwischen den Gräben liegende Flächen gebracht. Bewachsung mit Queller ["Pionierpflanze"] festigt den Boden, der sich langsam erhöht. Wenn die Flächen das mittlere Hochwasser um 80þ100 cm überragen, werden sie zum Koog (Polder) eingedeicht.

Das Vorkommen der Halophyten ist im Allgemeinen auf Gebiete beschränkt, die sich durch einen relativ hohen Salzgehalt (vor allem Kochsalz) von mehr als 0,5 Prozent auszeichnen. Typische Standorte von Halophyten finden sich u. a. an Meeresküsten, in Salzmarschen und in Mangrovensümpfen. Man unterscheidet obligate Halophyten, die ausschließlich auf salzbeeinflussten Böden vorkommen, von fakultativen Halophyten. Diese können im Gegensatz zu anderen Pflanzen an salzreichen Standorten gedeihen, ohne letztere zu bevorzugen. Viele Salzpflanzen sind sukkulent (dickfleischig) und besitzen graugrünes Blattwerk. Die erhebliche Salztoleranz dieser Pflanzen beruht auf speziellen morphologischen und physiologischen Anpassungen. Eine verbreitete Eigenschaft besteht darin, Salz durch spezielle Blattdrüsen auszuscheiden. Manche Arten speichern das Salz in ihren fleischig verdickten Blättern und Stängeln, die am Ende der Wachstumsperiode abgeworfen werden.