Was ist eigentlich "Myrrhe" ?

Eine kurze Betrachtung zu "Heilige Drei Könige"

Commiphora molmol

(Burseraceae - Balsambaumgewächse)

Der Myrrhenbaum ist ein bis zu drei Meter hoch wachsender, dorniger, stark verzweigter Baum mit unpaarig gefiederten Blättern. Die kleinen Blüten stehen in rispenartigen Blütenständen. Die Pflanze führt ein Gummiharz, das vor allem bei Verletzung freigesetzt wird und an der Luft erstarrt. Das aus dem Myrrhenbaum aber auch anderen Commiphora-Arten gewonnene, luftgetrocknete Harz wird als Myrrhe bezeichnet.

Gentile da Fabriano: Anbetung der Könige (1423; Florenz, Galleria degli Uffizi)

 

"Die Heiligen Drei Könige"

Das Matthäusevangelium des Neues Testaments (2, 1-12) schildert sie als edle Pilger, die aufgrund ihrer astronomischen und astrologischen Kenntnisse einem wandernden Stern bis nach Bethlehem in Judäa folgten, um dort dem neugeborenen Messias, dem versprochenen Retter und König der Juden, zu huldigen und ihm Gold zum Zeichen seiner königlichen Würde, Weihrauch für den Altar Gottes und Myrrhe zum Balsamieren eines toten Leibes darzubringen. Als die Männer auf ihrer Suche Jerusalem, den vermuteten Geburtsort des neuen Königs, erreicht hatten, baten sie Herodes den Großen, den von den Römern eingesetzten, nominellen „König der Juden”, ihnen beim Auffinden des Kindes zu helfen. Herodes erschrak über die mögliche Geburt eines potentiellen Konkurrenten, wusste aber nichts vom Verbleib des Kindes. Die daraufhin befragten Priester und Gesetzeslehrer nannten aufgrund des Propheten Micha Bethlehem als Geburtsort des verheißenen Retters. Herodes erkundigte sich bei den Weisen nach der Zeit, zu der sie den Stern zum ersten Mal gesehen hätten, und schickte sie auf die Suche nach dem Kind, bat die Weisen aber unter dem Vorwand, dem Kind dann ebenfalls huldigen zu wollen, zu ihm zurückzukehren, falls sie dem zukünftigen Herrscher über Israel begegnen sollten. Im Traum warnte eine Stimme sie jedoch davor, Herodes Bericht zu erstatten, und so schlugen sie einen anderen Heimweg ein. Die Tradition machte die Magier später zu Königen, wohl deshalb, weil ihre Geschenke außerordentlich kostbar waren. Ihre Namen, Caspar, Melchior und Balthasar, erscheinen erstmals auf einem Mosaik aus dem 6. Jahrhundert, das eine Kirche im italienischen Ravenna schmückt. Die christlichen Kirchen feiern die Ankunft der Weisen alljährlich am 6. Januar, dem so genannten Dreikönigstag, und erinnern damit an die erste Offenbarung Jesu Christi gegenüber Nichtjuden. Die angeblichen Reliquien der Männer ruhen im Dreikönigsschrein im Kölner Dom.

Uli Stein

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Gegen Zahnfleischentzündungen:

Man gibt einige Tropfen Myrrhetinktur aus der Apotheke in ein Glas lauwarmes Wasser und spült und gurgelt 2 – 3 mal täglich mit dieser Mischung. Zusätzlich kann man auch noch aus der Blutwurz einen Tee bereiten und 10 Tropfen dieses Tees dem Myrrhe-Gurgelmittel zusetzen. Die Beschwerden verschwinden dann schnell.

Literatur:

Kluge, H. / Fernando, Ch.: Weihrauch, Gold und Myrrhe. Nutzen Sie die Heilschätze der Natur. Stuttgart, 1999

 

Die Gebeine der Heiligen Drei Könige liegen im Kölner Dom:

Die Heiligen Drei Könige, deren Gebeine man im Kölner Dom verehrt, sind strikt gesehen keine Heiligen: ein Heiliger oder eine Heilige muss von der Katholischen Kirche in einem eigenen Verfahren dazu erhoben werden und ein solches Verfahren hat es für die Heiligen Drei Könige nie gegeben. Auch Könige sind die Herren Kaspar, Balthasar und Melchior nie gewesen - in der Bibel ist nur von "Weisen", "Magiern" bzw. "Sterndeutern" die Rede. Und auch die Namen selber sind erfunden, sie werden in der Bibel nirgendwo erwähnt; zum ersten Mal ist in einer um 500 nach Christus in armenischer Sprache abgefassten Kindheitsgeschichte Jesu von den drei Königen Melkon von Persien, Gaspar von Indien und Baltassar von Arabien die rede, vorher nicht. Der Evangelist Matthäus, der als einziger im Neuen Testament von der Anbetung berichtet, erwähnt mit keiner Silbe, wie die Anbeter heißen, oder wie viele es überhaupt waren. Dass es drei gewesen seien, wurde aus den drei Gaben - Weihrauch, Myrrhe, Gold - nicht ganz wasserdicht zurückgeschlossen (oder man hat die in der christlichen Mythologie so wichtige Zahl Drei auf die Anbetung im Stall zu Bethlehem übertragen). Zu Königen wurden die Sterndeuter erst in nachträglichen Interpretationen, u. U. wegen einer missverständlichen Übersetzung von "Magier" ("König" meinte zu Zeiten Jesu etwas ganz anderes als im Mittelalter, nämlich weit weniger: fast jeder Vasall der Römer war damals ein "König") oder aber aufgrund einer Prophezeiung aus dem Alten Testament, wo es heißt: "Die Könige von Tarsis und auf den Inseln sollen Geschenke bringen ...". Nach Köln kamen die Könige bzw. deren Gebeine im Jahr 1158 auf Veranlassung des Reichskanzlers und Kölner Erzbischofs Rainald von Dassel; er hatte sie einem Reliquienhändler in Mailand abgekauft, vielleicht sich auch von den Bürgern der Stadt Mailand schenken lassen - die näheren Umstände sind nicht genau geklärt. Die Mailänder hatten die Reliquien angeblich Ende des 4. Jahrhunderts selbst als ein Geschenk erhalten, und zwar vom Kaiser aus Byzanz, wohin wiederum sie aus Palästina gekommen sein sollen, wo sie die Mutter des Kaisers bei einer Pilgerfahrt gefunden haben will. Aber was tun die Gebeine der Sterndeuter in Palästina? So heißt es etwa in der Bibel, die Weisen seien nach Anbetung in ihre Heimat, wahrscheinlich das Zweistromland Mesopotamien, zurückgekehrt, so dass dort auch ihre Knochen liegen. Und auch die Überführung von Konstantinopel nach Mailand ist nur in einer posthumen Biographie eines Mailänder Bischofs erwähnt, der "Vita Eutorgii", die mehrere hundert Jahre später ausgerechnet in Köln entstand. Vermutlich hat also Rainald von Dassel als rechte Hand des Deutschen Kaisers [Friedrich I. Barbarossa] diese Legende einfach politisch ausgenützt, um im damaligen Streit zwischen Papst und Kaiser seinem Herrn, dem Kaiser, einen Vorteil zu verschaffen: die Könige, also die weltlichen Herrscher, waren die ersten, die das Christkind anbeteten, und haben deshalb, so die Logik Dassels, Vorrecht vor dem Papst. Daher ist auch klar, warum die Partei des Papstes keine Eile hatte, durch eine Heiligsprechung diese Sicht der Dinge zu befördern.