Das Landkärtchen

Die "Frühlingsgeneration" (die als Raupe relativ kurzen Tagen ausgesetzt ist) bringt Falter mit einer fast orangenen Grundfarbe hervor, die mit schwarzen Flecken sowie einem blauen Fleckenband durchsetzt ist. [April bis Juni]

Das Landkärtchen aus der Familie der Edelfalter wurde zum Schmetterling des Jahres 2007 gewählt.


 

Der Name des Falters begründet sich auf die Zeichnung der Flügelunterseiten, die mit einem Netz von Linien überzogen sind. Die Frühlings- und Sommerformen sind unmittelbare Nachkommen voneinander. Es handelt es sich um zwei zeitlich kaum überlappende Generationen, die miteinander meistens nicht in reproduktiven Kontakt treten können. Im Labor lassen sie sich wie zu erwarten fruchtbar kreuzen. Man nennt dieses Phänomen Saisondimorphismus.

Die "Sommergeneration" (die als Raupe Langtagbedingungen ausgesetzt ist) dagegen fliegt mit dunkler Grundfarbe und hellen Flecken und Bändern. [Juli bis August]

Die Weibchen beider Generationen legen acht bis zehn grüne Eier in Form kleiner Eitürmchen an halbschattig stehende Brennnesseln. Aus den Eiern schlüpfen schwarzen Raupen, die zahlreiche dunkle Dornen tragen. Die schwarzen Raupen, die mit dunklen Stacheln besetzt sind, fressen bevorzugt auf Brennnesseln. Den beiden Generationen entsprechend findet man die Raupen im Mai/Juni sowie im August/September. Die Herbst-Puppen überwintern. Die Raupen mit zwei Dornen am Kopf  leben anfangs gesellig und verstreuen sich später, um sich zu verpuppen. Je nach Jahreszeit schlüpfen entweder nach zwei bis drei Wochen die Schmetterlinge der Sommergeneration, oder aber die Tiere überwintern als Puppe und schlüpfen erst im nächsten Jahr als Frühjahrsgeneration.

Systematik:

Klasse:  Insekten  (Insecta)

Ordnung:  Schmetterlinge (lepidoptera)

Familie:  Edelfalter  (Nymphalidae

Unterfamilie:  Fleckenfalter

Araschnia levana  (Linnaeus, 1758)

Mimikry und Tarnung:

Da Schmetterlinge viele Fressfeinde haben, haben sich im Laufe der Evolution zur Tarnung und Täuschung auf ihren Flügeln vielfach Zeichnungen entwickelt, die entweder wie Tieraugen aussehen, z. B. beim Tagpfauenauge, oder aber gefährliche und giftige Tiere imitieren (Mimikry). Einige Tagfalter weisen auf der Oberseite der Flügel bunte Zeichnungen auf, auf der Unterseite sind die Flügel aber meist einfach gezeichnet und erscheinen oft wie welkes Laub. Dadurch sind sie mit geschlossenen Flügeln gut getarnt und der Umgebung angepasst. Manche Falter imitieren auf ihren Flügelunterseiten Blattadern.

Saisondimorphismus:

Hierunter versteht man das Auftreten von mind. zwei Generationen einer Art innerhalb eines Jahres in verschiedenen Jahreszeiten, die sich in ihrer Erscheinungsform (Körpergröße, Farbe) deutlich unterscheiden.
Besonders maßgeblich für diesen Effekt sind Licht und Temperatur. [Saison = Jahreszeit) + di = zwei + morphismus = Gestalt] Insbesondere beobachtet man den Saisondimorphismus bei der Ausbildung zweier verschiedener Phänotypen durch verschiedene Lichtperiodizitäten, beispielsweise bei den Landkärtchen.