Halloween und die Kürbisse

Der Gartenkürbis (Cucurbita pepo L.) und andere Kürbisarten:

Der Kürbis als eine der ältesten Kulturpflanzen (Gemüse- und Zierpflanze) ist eine einjährige und einhäusige Pflanze mit niederliegenden oder rankenden 3 bis 8 m langem Stängel. Die großen Früchte enthalten zahlreiche, abgeflachte Samen, die frei im Fruchtfleisch liegen und deshalb botanisch gesehen eine Beere darstellen. Der Kürbis stammt ursprünglich aus Mittel- und Nordamerika und ist ein Flachwurzler und gehört zu den Kurztagspflanzen. Der Stängel ist hohl, an ihm sitzen die wechselständigen, gelappten und rauen Blätter. Aus den Blattachseln entspringen die getrenntgeschlechtlichen Blüten, die Pflanze selbst ist einhäusig. 5 goldgelbe, miteinander verwachsene Blütenblätter bilden eine trichterförmigen Blüte, die weibliche Blüte ist an ihrem unterständigen, kugeligen Fruchtknoten erkennbar. Sie ist auf Fremdbefruchtung angewiesen und lockt Bienen und Hummeln mit reichlich Nektar an. Danach entwickelt sich eine gerippte oder glattschalige Frucht, die beim Riesenkürbis bis fast 500kg schwer werden kann, im Schnitt aber zwischen 1-10kg wiegt. Je nach Art kann die Schale blassgelb, grüngesprenkelt bis hin zu leuchtend orange gefärbt sein. Zierkürbisse sind aufgrund der im Fruchtfleisch in hoher Konzentration enthaltenen Bitterstoffe (Cucurbitacine) nicht zum Verzehr geeignet. Das Fruchtfleisch wird in der Küche zu Suppen oder Kuchen verwendet oder süß-sauer eingelegt. Die Samen liefern ein wertvolles Speiseöl (Kürbiskernöl, aus hauptsächlich Linol- und Ölsäure) und die Inhaltsstoffe werden in der Medizin bei Störungen der Blase und der Harnwege bzw. bei Prostatabeschwerden eingesetzt. Die Kürbispflanze verlangt einen warmen, sonnigen Standort und humusreichen Boden.

Halloween

Das Wort geht auf "(all) hallows' eve", "Vorabend von Allerheiligen", zurück, und das Fest wird dementsprechend am 31. Oktober gefeiert. Ursprünglich feierten an diesem Tag die Kelten und Angelsachsen in England, Wales, Schottland und Irland das Ende des Sommers bzw. den Beginn des Winters, der mit dem Beginn des neuen Jahres zusammenfiel. Es war das Fest des Totengottes Samhain, der nun nach dem Sonnengott die Herrschaft übernahm. Nach keltischem Glauben wurde am Abend von Samhain den Seelen der im Vorjahr Verstorbenen eine kurze Rückkehr nach Hause erlaubt. Da der Sage nach an diesem Abend viele Geister, Hexen, Kobolde und Dämonen umherschweiften, bestand die Feier zum großen Teil aus Feuern, die die bösen Wesen vertreiben, und aus Opfern, die sie besänftigen sollten. Außerdem maskierte man sich zu diesem Zweck. Im Jahre 837 ordnete Papst Gregor IV. an, dass am 1. November das Allerheiligenfest gefeiert werden sollte. Schon beim Samhainsfest spielte die Herstellung von Masken aus Kartoffeln oder Rüben eine Rolle. Als Mitte des 19.Jahrhunderts Halloween, vor allem durch irische Einwanderer, in den Vereinigten Staaten populär wurde, wurden die erwähnten Feldfrüchte durch den Kürbis ersetzt. Hierzu gibt es auch eine irische Legende, wonach ein Trunkenbold namens Jack nach seinem Tod weder im Himmel noch in der Hölle Einlass fand und forthin mit einer ausgeschabten Rübe umherstreifte, in die er eine glühende Kohle aus dem Höllenfeuer eine Gabe des Teufels gepackt hatte. Heute ziehen die Kinder mit kerzenerleuchteten Kürbismasken ("jack-o'-lantern") von Haus zu Haus und fragen: "Trick or treat" [bei uns "Süßes oder Saueres"] das heißt, ob sie einen Streich spielen sollen oder ob sie ein Geschenk erhalten. Im Allgemeinen bekommen die Kinder Süßigkeiten, und Streiche werden nicht ausgeführt.

Bücher:

Pfisterer, M.: Speisekürbisse. Anbau, Sorten, Lagerung und Vermarktung. Stuttgart, 2001.
Brancucci, M. / Bänziger, E.: Das große Buch vom Kürbis. Weil der Stadt, 2000.
Kulmer, G. / Weber, J.: Kürbisse in Küche und Garten. Über 100 Rezepte. Graz, 1997.
Schrambling, R.: Kürbis. Landhausküche. Frechen, 2001.



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