Der Klappertopf - die Blume des Jahres 2005

Klappertopf (Rhinanthus)

bildet eine Gattung innerhalb der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und umfasst eine Reihe von Arten, die als Halbschmarotzer leben.
Bis vor Kurzem wurde Rhinanthus zu den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae, Rachenblütler) gezählt. Durch molekularbiologische Untersuchung hat sich aber eine nähere Verwandtschaft aller Halbschmarotzer, die früher als "Rachenblütler" eingeordnet worden sind, mit der Sommerwurz (Orobanche) herausgestellt.
Seinen deutschen Namen verdankt der Klappertopf seinen reifen Früchten, in denen die Samen laut vernehmlich klappern, wenn sie bewegt werden.
Der botanische Name kommt von rhinos = Rüssel (rüsselartig ausgezogene Helmspitze).
Der Große Klappertopf (Rhinanthus angustifolius) wurde 2005 als Blume des Jahres gewählt. Er wächst von Mai bis August auf feuchten Wiesen, lichten Wäldern oder sonnigen Hängen. Im Norden, wo er häufiger vorkommt als im Süden von Deutschland, ist er auch in Dünen zu finden. Der Große Klappertopf wird 20 bis 50 cm hoch. Er besitzt eine etwa 20 mm große Blumenkrone mit einem geschlossenem Schlund. Der Stängel ist kahl oder schwach zweizeilig behaart. Die unteren Tragblätter besitzen 4 bis 8 mm lange Zähne. Im Gegensatz zum Kleinen Klappertopf ist die Rückenlinie der Blütenkronröhre gekrümmt und die Zähnchen an der Oberlippe sind höher als ihre Breite an der Basis beträgt. Diese Zähnchen sind meist blau-violett gefärbt.
Der Kleine Klappertopf (Rhinanthus minor) wird 15 bis 40 cm hoch. Er besitzt eine bis 15 mm große Blumenkrone mit 2 etwa 1 mm langen weiß-bläulichen Zähnchen an der Oberlippe. Die Tragblätter sind spitz dreieckig und gezähnt. Der Stängel besitzt häufig eine schwarze Strichelung. Im Gegensatz zum Großen Klappertopf ist die Rückenlinie der Blütenkronröhre gerade und die Zähnchen an der Oberlippe haben eine geringere Höhe als ihre Breite an der Basis beträgt. Die auf Magerwiesen und in Flachmooren vorkommende Pflanze zeigt magere Böden an. Die vergrößerten Blütenkelche bieten dem Wind bei der Samenreife mehr Angriffsfläche, wodurch die Samen weiter ausgestreut werden. Im trockenen Blütenkelch erzeugen die Samen ein klapperndes Geräusch.

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Namenserklärungen:

griech. rhine  = Feile; griech. anthos  = Blüte, Blume; wegen der einzeln in den Achseln eingeschnitten gesägter Tragblätter sitzenden Blüten.
lat. angustifolius = schmalblättrig.
lat. minor = kleiner; wegen der relativen Größe der Art.
Der deutsche Name bezieht sich auf das Geräusch, das beim Schütteln der reifen Kapseln entsteht, wenn sich die Samen in ihr bewegen.

Hemiparasitismus:

Als Halbschmarotzer werden in der Regel Pflanzen bezeichnet, die von ihren Wirtspflanzen Wasser und Nährsalze schmarotzen (entziehen) aber selber Fotosynthese treiben. Der Klappertopf gehört zu diesen Halbparasiten und wächst auf Graswurzeln in feuchten Wiesen.