Loch Ness in Sachsen

Stadtweiher im Volksgarten Mönchengladbach

präparierter "dackelfressender" Wels im Museum

Die Schlagzeile

"Kuno der Killerwels" treibt in einem gefluteten Steinbruch in Steina bei Kamenz sein Unwesen. Mehrere Taucher hätten den auf 1,80 Meter Länge geschätzten Raubfisch schon gesehen. Ein Hund sei ins Wasser gelaufen und spurlos verschwunden. Während die Hundehalter unruhig sind, findet ein reger Zulauf an Tauchern und Anglern statt. Nichts ist aufregender, als sich dem Kampf mit dem Ungeheuer zu stellen.
Die Story ist aber nicht neu. Kuno war schon der Füller des Sommerlochs 2001. Ein Teich im örtlichen Volksgarten von Mönchengladbach war in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Angeblich, so wollte es eine Zeugin gesehen haben, hatte ein fulminanter Wels mit einer Kantenlänge von annähernd zwei Metern eine unschuldige Dackelwelpe verschlungen. Zuerst in einem Lokalblatt publiziert, verselbständigte sich die Geschichte schnell. Killerwels Kuno schaffte es bis in so angesehene Blätter wie "Zeit", "FAZ" und "Spiegel". 
Kuno tauchte dann erst im Sommer 2003 wieder auf - und zwar tot. Mitarbeiter der Stadtverwaltung Mönchengladbach entdeckten die Leiche des mächtigen Welses auf dem Wasser. Vergessen und begraben wurde er aber nicht. Der Wels erhielt einen Ehrenplatz in der Wunderkammer der stadtgeschichtlichen Abteilung des Museums Schloss Rheydt.
Der Killerwels aus dem sächsischen Steinbruch ist inzwischen auch einem Angler an den Haken gegangen und wurde auf einer Party am See verspeist.

Silurus glanis

Welse gehören zur Ordnung der Knochenfische und leben in fließenden oder stehenden Gewässern; einige Arten leben auch im Meer. Sie haben an beiden Seiten des Oberkiefers und bei manchen Arten auch am Unterkiefer Barteln. Die Rücken- und Brustflossen weisen an den Rändern oftmals spitze Stacheln auf, die mitunter auch giftig sind.
Der europäische Wels wird 2,5m lang und ist ein Speise- und beliebter Sportfisch.
Es gibt viele Übertreibungen und Legenden um und über diese urtümlich wirkenden Fische. Es gilt heute als gesichert, dass sich der Wels vorwiegend von lebenden und toten Fischen ernährt. Da fischereiwirtschaftlich weniger wertvolle Fischarten dominieren (Plötze, Ukelei, Barsch, Kaulbarsch) und das Nahrungsspektrum auch insgesamt reichhaltiger als bei anderen Raubfischen ist, kommt dem Wels eine nicht zu unterschätzende regulierende Funktion in den von ihm bewohnten Gewässern zu.

Das Ungeheuer von Loch Ness:

Loch Ness ist ein See in der Talfurche des Glen More, Nordschottland, 52km2, 36km lang, durchschnittlich 1,5km breit, bis 230m tief. Der See ist 1933/34 und später bekannt geworden durch Berichte über ein Meeresungeheuer (»Nessie«), das im See gesehen worden sein soll. Auch eine technisch aufwendige Suche im Oktober 1987 konnte die Frage nach der Existenz des Ungeheuers nicht beantworten.
In jüngerer Zeit erlebte die Region um den Loch Ness durch die Einrichtung wissenschaftlicher Institute und durch den steigenden Tourismus einen wirtschaftlichen Aufschwung.
linke Abb.: Dieses Foto zeigt kein Monster, sondern eine etwa 30 cm hohe und 45 cm lange Seeschlange aus Holz, die auf einem bei Woolworth's in London gekauften Spielzeugunterseeboot befestigt ist.

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Literatur:    

Kuleisa, B.: Wels. Hamburg, 1992.
Mihailik, J.: Der Wels. Die Neue Brehm- Bücherei Bd. 209, 2004
Hieronimus, H.: Welse. Stuttgart, 1989.
Schaefer, C.: Das Grosse Buch der Welse. Ruhmannsfelden, 1995.
Vogt, D.: Welse. Stuttgart, 1984.