"Der Silvesterkarpfen"


Der Spiegelkarpfen ist eine Zuchtform des Eigentlichen Karpfens.
Er besitzt wenige große, unregelmäßig verteilte „Spiegelschuppen”.

Der Wildkarpfen  ist voll beschuppt
und gehört zur Familie der Weißfische.

Cyprinus carpio

Der Karpfen stammt ursprünglich aus Südosteuropa und Südostasien, er wurde im Mittelalter nach Mitteleuropa eingeführt. In China wurden viele exotische Formen gezüchtet. Ausgewachsene Karpfen wiegen im allgemeinen nicht mehr als 2,3 Kilogramm, aber es wurden Exemplare von über 35 Kilogramm registriert. Karpfen pflanzen sich zwischen Mai und Juli fort. Die Weibchen laichen zwischen Wasserpflanzen. Am besten gedeihen Karpfen in relativ warmen Gewässern, insbesondere in flachen, schlammbödigen Teichen. In Trockenzeiten können sie sich im Schlamm vergraben und auf diese Weise mehrere Wochen überleben. Karpfen sind fruchtbar und vermehren sich schnell. Sie werden in Asien, Europa und in Südafrika kommerziell genutzt, in geringerem Maße auch in den Vereinigten Staaten. Als Grundfische wirbeln sie Schlamm auf und entwurzeln Wasserpflanzen, wobei sie oft andere Fische aus ihrem Lebensraum vertreiben. Andererseits überleben sie in stehenden und verschmutzten Gewässern, in denen die meisten anderen Fische sich nicht niederlassen würden.

Die Zucht:

Ein Satz von 3 - 8 Jahre alten und 3 - 7 kg schweren Laichkarpfen (2 Milchner, 1 Rogner) wird im Frühjahr in Teichen zum Laichen ausgesetzt, wo das Weibchen bis zu 2Mio. 1,5 - 2 mm große Eier an Gras oder Wasserpflanzen absetzt. Nach 5 - 8 Tagen werden die 1,3 - 2 cm großen Brütlinge in Streckteiche übergeführt, wo sie bis zum Herbst zu 5 - 15 cm langen Karpfensömmerlingen heranwachsen. Den Winter verbringen sie in tieferen Teichen, aus denen sie im Frühjahr als Satzkarpfen in Abwachsteiche gebracht werden, in denen sie bei reichlichem Nahrungsangebot 0,2 - 0,5 kg erreichen. Nach nochmaligem Überwintern und sommerlicher Abwachsperiode haben sie die Größe von Speisekarpfen erreicht (Gewicht 1 - 2 kg).

 

Silvester:

Am letzten Tag des Jahres, hat auch das gemeinsame Essen im Kreis der Familie eine besondere Bedeutung. Der Orakel-Tag wird festlich und gemütlich begangen. Die Familie mit Verwandten und Freunden schützte den einzelnen und schloss gewissermaßen einen Kreis um ihn, durch den kein Dämon eindringen konnte. Hier findet auch ein alter Brauch seinen tieferen Grund. Durch Feuerwerk und Knallerei um Mittemacht soll nicht nur das neue Jahr unter Glockengeläut begrüßt werden, sondern sollten einst die bösen Geister vertrieben werden. Heute hält man Rückblick, wünscht sich Freude, Glück und Gesundheit für das neue Jahr. Man trinkt Silvesterpunsch, isst Neujahrsbrezeln und stößt um Mitternacht zum Jahreswechsel mit Sekt an.

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Historisch:

Die Griechen und Römer kannten den Karpfen schon sehr früh; wegen seiner Fruchtbarkeit war er der römischen Liebesgöttin Venus heilig. Der römische Staatsmann und Schriftsteller Cassiodor berichtet, dass der Ostgote Theoderich der Große (seit 493 König in Italien) aus der Donau Karpfen für seinen Hof in Ravenna bezog. Ihre größte Verbreitung erreichte die Karpfenzucht im 15. und 16. Jahrhundert in den Fischteichen der Klöster, da der Karpfen eine beliebte Fastenspeise war.

Brehms Tierleben:

Der seit uralter Zeit bekannte und gepflegte Vertreter der Gruppe der Karpfen, unser Karpfen (Cyprinus carpio) erreicht, abgesehen von einzelnen Riesen, die 1,50 m lang, 60 cm breit und 35 kg schwer geworden sein sollen, eine Länge von etwa 1 m und ein Gewicht von 15-20 kg. Das Maul ist weit, mit dicken Lippen und starken, langen Barteln umgeben, die Schwanzflosse tief halbmondförmig ausgeschnitten, der starke Knochenstrahl der Rücken- und Afterflosse gezähnelt, die Färbung wie die Gestalt sehr verschieden, vom Goldgelben ins Blaugrüne spielend. Rücken und Flossen sehen gewöhnlich grau, Lippen und Bauch gelblich aus; die Flossen haben einen rötlichen Anflug; die Schuppen tragen in ihrer Mitte oft einen dunklen Fleck, auch nicht selten am Hinterrand einen schwärzlichen Saum. Bis in die neuere Zeit hat man mehreren Blendlingen und Ausartungen des Karpfens den Rang von wirklichen Arten zugestanden; aus den eingehenden, sorgfältigen Untersuchungen Siebolds geht jedoch fast mit Gewissheit hervor, dass solche Ansicht unrichtig ist. "Dass man die in ihrer Beschuppung ausgearteten Karpfen", sagt genannter Forscher, "nämlich den mit wenigen, unverhältnismäßig großen Schuppen besetzten Spiegelkarpfen und den von allen Schuppen entblößten Lederkarpfen nur als Spielarten und nicht, wie man früher glaubte, als besondere Arten zu betrachten habe, daran hat man sich lange gewöhnt; dass aber auch Karpfenrassen veränderte Körperumrisse, wie sie bei unseren warmblütigen Haustieren oft in ganz auffallender Weise vorkommen, an sich tragen können, das mögen selbst manche Fischkundige nicht einräumen. Es kann der Karpfen, dessen Körper in ursprünglicher Form länglich und etwas seitlich zusammengedrückt erscheint, unter gewissen Einflüssen sich länger strecken und auf dem niedriger gewordenen Rücken seitlich abrunden oder unter anderen Einflüssen verkürzen und einen steiler ansteigenden sowie noch mehr zusammengedrückten Rücken erhalten. "Seichte, schlammige, möglichst wenig beschattete, hier und da mit Wasserpflanzen dichtbestandene Teiche oder Seen sagen ihm am besten zu; nicht minder gedeiht er im Altwasser der Flüsse oder in diesen selbst, wenn sie ruhig fließen und schlammigen Grund haben; schnellströmende, klare Gewässer meidet er ganz. Bei genügender Nahrung wird der Karpfen schon im dritten Lebensjahr fortpflanzungsfähig. Während der Laichzeit entwickeln sich bei den Männchen in dem schleimigen Hautüberzug auf Scheitel, Wangen und Kiemendeckeln viele kleine, unregelmäßig zerstreute, weißliche Warzen, die sich in der Regel auch auf der inneren und vorderen Seite der Brustflossen zeigen. Sobald der Karpfen dieses Hochzeitskleid anlegt, wird er wanderlustig und versucht, soweit ihm dies möglich ist, im Fluss aufwärtszusteigen, überwindet dabei auch oft bedeutende Hindernisse. Zum Laichen erwählt er seichte, mit Wasserpflanzen dichtbestandene Stellen, und nur wenn er solche findet, hat die Fortpflanzung einen für den Züchter erwünschten Erfolg. Nicht alle Karpfen zeigen aber die erstaunliche Fruchtbarkeit, die sie früher würdig erscheinen ließen, der Liebesgöttin geheiligt zu werden; viele bleiben unfruchtbar, und zwar, wie man annimmt, ihr Leben lang. Schon Aristoteles kannte diese Tatsache und wusste, dass diese unfruchtbaren Karpfen an Fettigkeit und Güte ihres Fleisches alle übrigen übertreffen. Die Schriftsteller des Mittelalters nennen sie "Müßiggänger" und heben ausdrücklich hervor, dass sie vor allen zu loben seien. Zur Karpfenzucht benötigt man mindestens zweierlei Teiche, flachere und tiefere nämlich, so genannte Zucht- oder Streckteiche und Witterungs- oder Kaufgutteiche. Erstere müssen eine kesselartige Vertiefung haben, in denen die Fische, ohne unter dem Frost zu leiden, den Winter verbringen können, dürfen im übrigen aber nicht über 2 m tief sein. Noch flachere, mit Gras bestandene Stellen sind unumgänglich notwendig, weil auf ihnen die Zuchtkarpfen ihre Eier absetzen sollen. Regelmäßiger Zufluss von weichem Wasser ist ebenfalls Bedingung; in Teichen mit kaltem Wasser gedeiht der Karpfen nicht, am wenigsten in solchen, welche starke Quellen besitzen oder den Zufluss von solchen empfangen. Hat man mehrere Teiche, so wählt man die flachsten unter ihnen zu Laichteichen, die tieferen und größeren zu so genannten Streckteichen; immer aber ist darauf zu achten, dass sich in jedem einzelnen Teich tiefe Stellen finden, welche unter allen Umständen frostfrei bleiben, weil man sonst genötigt ist, vor dem Winter die Karpfen umzusetzen. Während der Brutzeit muss das Wasser des Zuchtteiches möglichst auf demselben Stande erhalten werden, damit die Eier nicht zeitweilig bloßliegen und verderben. Nach dem Ausschlüpfen der jungen Brut hat man sein Augenmerk hauptsächlich auf Abhalten der verschiedenen Fischfeinde zu richten. Bei günstiger, namentlich warmer Witterung wächst die Brut im ersten Sommer zu 8-12 cm Länge heran; im nächsten Jahre kann sie, falls nicht die Teiche mit zu vielen Fischen besetzt oder letztere genügend gefüttert werden, 30 cm und darüber an Länge erreichen; vom dritten Sommer an nennt man sie Kaufgut, bringt sie in die Haupt- und Fetteiche und lässt sie hier noch einen oder zwei Monate stehen.