Der Eiercode

Seit dem 1. Januar 2004 ist jedes Ei der Güteklasse A mit einem Erzeugercode zu stempeln, aus dem die Art der Legehennenhaltung und die Herkunft abgeleitet werden kann. Vom 1. Juli 2005 ist diese auch für Eier verbindlich, die auf Wochenmärkten angeboten werden. Verbraucher können sich so bewusst für oder gegen Käfighaltung und Produkte aus Deutschland entscheiden. (s. 2. Zeile!)

Angaben auf der Verpackung:
Klasse A oder „frisch“
: Eier dürfen weder gewaschen noch anderweitig gereinigt, nicht haltbar gemacht oder gekühlt werden („normale“ Konsumeier für private Haushalte).
Klasse B oder „Eier zweiter Qualität oder deklassiert“ (bis Ende 2003 Güteklasse C) sind für gemäß der RL 89/437/EWG zugelassene Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie und Unternehmen der Nicht-Nahrungsmittelindustrie bestimmt.

(Kriterien für die Einteilung in die Güteklassen sind der Zustand der Schale und Kutikula, der Luftkammer, des Eiklars, des Dotters, des Keims sowie der Geruch des Eies.)
Angabe der Haltungsform für Eier der Güteklasse A
Gewichtsklasse - XL Sehr groß 73 g und darüber - L Groß 63 g bis unter 73 g - M Mittel 53 g bis unter 63 g - S Klein unter 53 g
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) darf 28 Tage nach dem Legen nicht überschreiten. Nach dem 18. Tag sind die Eier im Handel auf eine Temperatur von + 5°C bis + 8°C zu kühlen. Letztes Verkaufsdatum ist der 21. Tag nach dem Legen. Bei Eiern der Güteklasse B ist statt des Mindesthaltbarkeitsdatums das Verpackungsdatum anzugeben.  Zusätzlich ist auf der Verpackung folgender Verbraucherhinweis anzubringen: „Verbraucherhinweis: bei Kühlschranktemperatur aufbewahren – nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums durcherhitzen“
Erläuterung des Erzeugercodes
Name, Anschrift und Kennnummer der Packstelle
Zahl der verpackten Eier
Hinter der Herkunftssicherung, die sich auf der Verpackung durch "D/D/D" darstellt, verbirgt sich die Garantie eierproduzierender Betriebe für einen einheitlich dokumentierten Produktionsprozess unter fest definierten Rahmenbedingungen und stetigen Kontrollen. So sichern die Betriebe zu, dass die Legehennenküken in Deutschland schlüpfen, in Deutschland aufwachsen und ihre Eier als Legehennen in Deutschland legen. Außerdem gewährleisten die Betriebe die legefarmnahe Sortierung, Kennzeichnung und Verpackung.
Code für das Haltungssystem


0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung

Code des Registrierungsmitgliedstaates
 

AT Österreich   IE Irland
BE Belgien   LV Lettland
CZ Tschechische Republik   LT Litauen
CY Zypern   LU Luxemburg
DE Deutschland   MT Malta
DK Dänemark   NL Niederlande
EE Estland   PL Polen
ES Spanien   PT Portugal
FI Finnland   SE Schweden
FR Frankreich   SK Slowakei
GR Griechenland   SI Slowenien
HU Ungarn   UK VereinigtesKönigreich
IT Italien

Eier aus Drittstaaten, die keine den EU-Regelungen vergleichbaren Haltungsanforderungen haben, müssen auf dem Ei mit dem Herkunftsland und der Angabe "Nicht-EU-Norm" gekennzeichnet werden

Jeder Mitgliedstaat hat ein System eingerichtet, mit dessen Hilfe den zu registrierenden Betrieben eine individuelle Nummer zugewiesen wird. Es können weitere Stellen angefügt werden, um einzelne Bestände/Ställe zu identifizieren.

In Deutschland besteht die Legebetriebsnummer aus dem Bundesland (die beiden ersten Stellen), den Betrieb (die dritte bis sechste Stelle) und den Stall (siebte Stelle)

01 - Schleswig-Holstein
02 - Hamburg
03 - Niedersachsen
04 - Bremen
05 - Nordrhein-Westfalen
06 - Hessen
07 - Rheinland-Pfalz
08 - Baden-Württemberg
09 - Bayern
10 - Saarland
11 - Berlin
12 - Brandenburg
13 - Mecklenburg-Vorpommern
14 - Sachsen
15 - Sachsen-Anhalt
16 - Thüringen
 

(Eierkennzeichnungsregeln)

Ein Huhn kann auch sonntags höchstens 1 Ei legen  (*)

Das Ei ist ein komplexes Gebilde, das Schicht um Schicht von innen nach außen aufgebaut wird. Eine „fleißige“ Henne benötigt hierfür lediglich 24 Stunden. Die Geschlechtsorgane der Henne sind zunächst paarweise angelegt, jedoch ist beim Geflügel nur der linke Eierstock aktiv, während der rechte vollständig verkümmert. Im linken Eierstock reifen die Eifollikel bis sie die Größe eines normalen Dotters erreichen. Nach dem Eisprung gelangen sie durch den Trichter in den oberen Teil des Eileiters. Wenn Hähne in der Hühnerherde gehalten werden, würde hier die Befruchtung stattfinden – zum reinen Eierlegen braucht die Henne jedoch keinen Hahn. Im Hauptteil des Eileiters befinden sich Drüsen, die die Dotterkugel mit Eiklar umgeben. Zunächst wird der Dotter mit einer dickflüssigeren Eiweißschicht umgeben, dann mit einer dünneren. Dieser Vorgang dauert etwa 3 Stunden. Nun gelangt das werdende Ei in die Eileiterenge (Isthmus), wo zusätzlich die zwei Schalenhäute aufgebaut werden. Zwischen den beiden Membranen bildet sich an der stumpfen Eiseite die Luftkammer aus. Das Ei wandert weiter in den Eihalter (Uterus) und verbleibt hier für die nächsten 20 Stunden, während durch Drüsen Kalk abgesondert wird und sich daraus die Schale bildet. Hier erhält das Ei seine spezifische Farbe und kurz vor dem Legen auch noch die Schalenoberhaut (Kutikula), die das Ei vor dem Eindringen von Fremdstoffen schützt. Rassen, die auf Legeleistung gezüchtet wurden, legen 300 Eier im Jahr.

Die Bestandteile des Hühnereis und ihre Funktion:   (*)
Dotter: Im Zentrum des Eies liegt die gelbe Dotterkugel. Mit einem Durchmesser von drei bis vier Zentimetern ist sie die größte bekannte biologische Zelle. Der Dotter ist reich an Nährstoffen wie Eiweiß, Fett, Vitaminen und Mineralstoffen. Wird das Ei befruchtet entwickelt sich aus der im Dotter liegenden Keimscheibe der Embryo. Bei den Eiern, die wir zum Verzehr kaufen können, handelt es sich um unbefruchtete Exemplare.
Eiklar: Das Dotter wird vom so genannten Eiklar umgeben. Es ist weiß bis durchsichtig und enthält hauptsächlich Wasser. Mit seiner bakterienhemmenden Wirkung übernimmt es für das Dotter eine Schutzfunktion. Es ist aus vier verschiedenen, unterschiedlich festen Schichten aufgebaut.
Hagelschnüre: Die Hagelschnüre sind Teil des Eiweißes und bilden eine Art Ankerkette für das Eigelb. Bei frischen Eiern halten sie das Eigelb in seiner zentralen Lage. Wird das Ei älter, lassen die Schnüre nach und das Dotter verschiebt sich.
Schalenhäute: Zwei Schalenhäute, die äußere und die innere, grenzen das Eiweiß von der Schale ab. Die Eihäute haben eine Sperrfunktion. Wichtige Inhaltsstoffe wie Eiweiße und Fette können durch diese Haut nicht durchwandern und bleiben deshalb im Innern, für Luft und Wasser ist die Eihaut dagegen durchlässig. Am stumpfen Ende des Eies bildet sich zwischen den Schalenhäuten normalerweise eine Luftkammer. Je älter das Ei ist, umso größer ist die Luftkammer.
Kalkschale: Die feste und 0,3 bis 0,4 mm dicke Schale des Hühnereies besteht hauptsächliche aus Kalk. Durch sie ist das Eiinnere während des Brütens wirksam vor mechanischen Einwirkungen geschützt. Eine geschlossene Hülle ist die Eischale jedoch nicht: Tausende von Poren machen sie luftdurchlässig.

Fakultative Kennzeichnungselemente:

a) auf der Verpackung
Angaben zur Herkunft der Eier 
Angaben zur Art der Fütterung der Legehennen
Legedatum
empfohlenes Verkaufsdatum, maximal 21. Tag nach dem Legen
„Extra“ bzw. „Extra frisch“ für Eier der Güteklasse A bis zum siebten Tag nach dem Verpacken bzw. dem neunten Tag nach dem Legen
Verkaufspreis
Betriebsführungscode des Einzelhandels
ein oder mehrere Daten zur zusätzlichen Unterrichtung des Verbrauchers
Angaben oder Symbole zur Förderung des Verkaufs von Eiern, sofern diese Angaben und Symbole und die Art und Weise ihrer Anbringung nicht geeignet sind, den Käufer irrezuführen
Angabe der Haltungsform für Eier der Güteklasse B

b) auf dem Ei
Mindesthaltbarkeitsdauer
Güteklasse - Gewichtsklasse
Haltungsform
Nummer der Packstelle
Name oder Firmenbezeichnung der Packstelle, Firmenzeichen oder Warenzeichen
Legedatum
empfohlenes Verkaufsdatum
weitere Daten zur Unterrichtung der Verbraucher

Wie werden Legehennen gehalten ?

Käfighaltung: Circa 84 Prozent der Legehennen in Deutschland werden in Käfigen gehalten. Vier bis sechs Tiere sind in neben- und übereinander angeordneten Käfigen untergebracht. Die Hennen stehen auf Drahtgeflechten, sie haben keine Sitzstangen und Nester. Die Eier rollen über Gitter in eine Auffangrinne. Typische Verhaltensweisen wie Scharren, Staubbaden und die Eiablage in Nestern sind nicht möglich. Bei älteren Anlagen, die übergangsweise noch bis 31. Dezember 2006 erlaubt sind, stehen einem Tier nur eine Grundfläche von 550 Quadratzentimetern – weniger als ein DIN-A4-Blatt – zur Verfügung. Käfige mit Nest, Sitzstange und Einstreu und einer Größe von 750 Quadratzentimetern, so genannte „ausgestaltete Käfige“, sind noch bis 31. Dezember 2011 erlaubt. Neue Käfigbatterien dürfen in Deutschland nicht mehr gebaut werden.

Bodenhaltung: Hier können sich die Hennen im Stall mehr oder weniger frei bewegen. Für neun Tiere muss nur mindestens ein Quadratmeter Bodenfläche zur Verfügung stehen. In Nestern, die auf mehreren Etagen angelegt sind, können die Hennen ihre Eier ablegen. Mindestens ein Drittel des Stalls ist eingestreut, damit die Tiere am Boden scharren können.

Freilandhaltung: Bei der Freilandhaltung haben die Hennen zusätzlich zu einem Stall mit Sitzstangen, Nestern und Einstreu tagsüber Auslauf im Freien. Jedem Tier müssen mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche zur Verfügung stehen.

Bio- (=Öko-) Eier: Für Eier aus biologischer Produktion gelten EU-weit besondere Anforderungen. Die Belegdichte im Stall darf höchstens sechs Tiere pro Quadratmeter betragen. Zusätzlich stehen jeder Henne mindestens vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung. Beim Futter sind vorwiegend Getreide und Mais  aus ökologischer Erzeugung die Grundlage. Antibiotika als Leistungsförderer, gentechnisch verändertes Futter, sowie Fischmehl sind untersagt. Bio-Eier müssen nach der EG-Öko-Verordnung mit einer Öko-Kontrollstellen-Nummer gekennzeichnet sein, z.B. „DE-099-Öko-Kontrollstelle“ oder „Skal 1111“. Es gibt zusätzlich eigene Label von Öko-Anbauverbänden, Handelsketten, Bundesländern und Regionen, das EU- und das staatliche „Bio-Siegel“.