Die Königin des Herbstes

Gartendahlien im Park

Dahlia

Hinter der Gattung Dahlia verbergen sich etwa 28 Arten mehrjährige, krautige Pflanzen mit verdickten Wurzelknollen aus der Familie der Korbblütler. Zu ihr gehören die heute als Zierpflanzen weit verbreiteten Gartendahlien. Sie stammen vermutlich von mindestens zwei in Zentralamerika und Mexiko beheimateten Arten ab, aus denen durch Kreuzung und Züchtung die heutige Sortenvielfalt entstand. Etwa um 1790 führte man die beiden Wildarten nach Europa ein. Diese erreichen eine Höhe von etwa zwei bis drei Metern und tragen Körbchen mit gelben Scheiben- und gelben, orangefarbenen bis purpurroten Strahlenblüten. Durch Züchtung entwickelte man eine unüberschaubare Palette an Sorten, die man zur besseren Übersicht in mehrere Gruppen ähnlicher Blütenformen einteilt. Es gibt Gartendahlien mit unterschiedlich großen Blüten und allen Farbtönen und -schattierungen mit Ausnahme von Blau. Die Blütenformen reichen von einfachen, ungefüllten Sorten über mehr oder weniger stark gefüllte bis hin zu fast ballähnlichen, pomponartigen Köpfchen und den so genannten Kaktusdahlien mit tütenartig eingerollten Strahlenblüten. Benannt wurde die Gattung zu Ehren des schwedischen Botanikers Anders Dahl [1751 - 1789] , einem Schüler von Carl von Linné.
 

 

Anemone und Georgine (Liebig's Sammelbilder)
 

Blumensprache:

Dahlie =  Ich bin schon vergeben.

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"Dahlie" (lat. "Dahlia") oder "Georgine" (lat. "Georgia")?

Warum denn zwei Namen für eine Pflanzengattung? Cavanilles  gab 1791 zu Ehren des schwedischen Botanikers Andreas Dahl der "Königin des Herbstes" den Namen "Dahlia". Nun glaubte ein Professor aus Berlin, Karl Ludwig Wildenow, dass diese Bezeichnung für eine andere Pflanzenart bereits vergeben sei (1792 von Carl Peter Thunberg). Und nannte sie nach dem russischen Forscher Georgi "Georgia variabilis". Ein Irrtum. Denn Cavanilles war ein Jahr früher dran. So führt die Blume aus Mexiko heute zu Recht den Namen "Dahlia".

Meyers Großes Konversationslexikon (1905):

Georgina Willd. (Dahlia Cuv., Georgine, benannt nach dem Petersburger Akademiker Georgi und dem schwedischen Botaniker Dahl), Gattung der Kompositen, Stauden mit knolligem Wurzelstock, gegenständigen, ein- bis dreifach fiederteiligen Blättern und großen, langgestielten nickenden Blütenköpfen, deren Randblüten zungenförmig und deren Scheibenblüten röhrig sind. Die Samen sind zusammengedrückt-eiförmig, ohne Samenkrone, undeutlich zweihörnig. Von den neun Arten in der mexikanischen Hochebene ist G. variabilis Willd. eine in nach Tausenden zählenden Varietäten kultivierte Zierpflanze, die sich durch ungemein große Veränderlichkeit auszeichnet. Bis zur Mitte des 19. Jahrh. war man bemüht, möglichst volle, prall gefüllte Blumen in den verschiedensten Farben zu erzielen. Man unterschied nach der Form der Blüten: anemonenblütige, mit großen Strahlblättern (Blüten) und kleinen, in Form einer Halbkugel geordneten Scheibenblättern (Blüten), meistens unregelmäßig, daher jetzt selten gezogen; kugelblütige, mit zahlreichen, gleich geformten, sich nach hinten zurücklegenden Blumenblättern (Blüten); flachblätterige, mit gleichgeformten, flach ausgebreiteten, in der Regel zurückgebogenen Blumenblättern; röhrenblütige, mit röhrigen, und ohrblütige, mit ohrförmigen Blumenblättern. Sie treten in allen Farbennuancen vom zartesten Weiß bis zum dunkelsten Schwarzpurpur auf. Die Liliputgeorginen haben sehr kleine, reizend geformte Blüten, die Zwerggeorginen sind von niedrigem, zwerghaftem Wuchs und zur Topfkultur geeignet. Seit Anfang der 1870er Jahre sind wieder einfach blühende Spielarten unter dem Namen Dahlien in mannigfachen Farben und Zeichnungen beliebt geworden und namentlich auch die Kaktusdahlien, deren Blüten von dem streng symmetrischen Bau der ältern gefüllten Dahlien wesentlich abweichen und sich durch spitze, strahlige, nadelartige, gewundene, namentlich aber gelockte Blüten auszeichnen und an die Blüten von Cereus speciosissimus erinnern. Die Knollen werden an frostfreien, trocknen Orten überwintert und im Frühjahr, sobald keine Nachtfröste mehr zu befürchten sind, etwa 5 cm tief ausgepflanzt. Die Vermehrung geschieht durch Teilung der Knollen oder durch Stecklinge, die man von den mit überflüssigen Keimen versehenen Knollen abnimmt, sobald sie etwa 10 cm lang geworden sind. Neue Spielarten erzieht man aus Samen, den man von den ersten Blüten besonders schöner Varietäten sammelt. Die Georgine kam 1784 nach Madrid, 1787 nach England, 1804 nach Deutschland (Botanischer Garten in Berlin, wo zahlreiche Farbenvarietäten gewonnen wurden). 1808 wurde in Karlsruhe die erste gefüllte Dahlie erzogen, und 1824 begann Deegen in Köstritz seine erfolgreichen Kulturen. Vgl. Gerhard, Zur Geschichte, Kultur und Klassifikation der Georginen (2. Aufl., Leipz. 1836); Magerstedt, Geschichte und Kultur der Georginen (Sondersh. 1843); Pomsel, Die Georgine (Dresd. 1885).

in einem alten Lexikon steht: