100. Todestag von Ernst Abbé (* *)

Bildentstehung nach Abbé:

Biografie

Abbe wurde am 23. Januar 1840 in Eisenach geboren. Der Sohn eines Werkmeisters arbeitete zunächst als Lehrer beim physikalischen Verein in Frankfurt, war ab 1863 Privatdozent und bekam 1870 eine Professur für Physik in seiner Heimatstadt Jena. 1867 wurde er von Carl Zeiss als Leiter der optischen Werkstätten eingesetzt, und 1875 wurde er Teilhaber an der Firma. 1884 gründete Abbe zusammen mit Zeiss und dem Chemiker Otto Schott das „Glastechnische Laboratorium Schott & Genossen”, das später in „Jenaer Glaswerk Schott und Genossen” umbenannt wurde. Nach dem Tod von Zeiss 1889 wurde Abbe zum Alleininhaber der Zeiss-Werke. 1891 übergab er die Firma der von ihm gegründeten Carl-Zeiss-Stiftung und führte umfangreiche soziale Reformen ein (u. a. bezahlten Urlaub, Gewinnbeteiligungen, Pensionen, Acht-Stunden-Arbeitstag). Abbe starb wenige Tage vor seinem 65. Geburtstag am 14. Januar 1905 in Jena.

 

Literatur:

Günther, N.: Ernst Abbe. Wissenschaftliche V.-G., 1951.

Wolf, M.: 67 Thüringer Porträts von Abbe bis Zeiss. Escher, 1999.

Beez, H.: Optisches Museum der Ernst-Abbe-Stiftung Jena. Fink, J., 1998.




 

Die Abbe’sche Theorie

Abbe entwickelte eine Theorie zur mikroskopischen Abbildung, die besagt, dass die Bildqualität eines Mikroskops auch von der Beugung des Lichtes am Objekt beeinflusst und das Auflösungsvermögen durch die Wellenlänge des Lichtes begrenzt wird. Seine Erkenntnisse waren Grundlage für die Weiterentwicklung und Verbesserung optischer Präzisionsinstrumente.


 

 

Die Carl-Zeiss-Stiftung

Von Abbe 1889 in Jena gegründete Stiftung, der er am 1.7. 1891 die auf ihn übergegangene Firma Carl Zeiss (gegründet 1846) und seine Anteile an der Firma Jenaer Glaswerk Schott& Gen. übertrug. Seit 1919 ist die Carl-Zeiss-Stiftung Alleininhaberin beider Unternehmen. Nach der Enteignung in der sowjetischen Besatzungszone wurden 1949 die Sitze der Stiftung nach Heidenheim an der Brenz und von Zeiss nach Oberkochen und Schott nach Mainz verlegt. Die Carl-Zeiss-Stiftung wurde früh durch vorbildliche Arbeitsbedingungen und die Förderung gemeinnütziger Projekte bekannt. Die Carl-Zeiss-Stiftung zu Jena widmete sich nach der Enteignung ihrer Betriebe (die immateriellen Vermögenswerte verblieben in Stiftungsbesitz) u.a. gemeinnützigen und wissenschaftlichen Aufgaben. 1994 trat sie auf der Grundlage eines Staatsvertrages zwischen Thüringen und Baden-Württemberg der Carl-Zeiss-Stiftung Heidenheim bei; Sitz der Stiftung ist nunmehr Heidenheim und Jena. Die selbstständig bilanzierenden Stiftungsunternehmen Carl Zeiss und Schott Glas sind in den Bereichen Optik, Feinmechanik, Elektronik, Glastechnik tätig.
 

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Die Abbe’sche Zahl

Die Abbesche Zahl informiert uns eher über die optischen Eigenschaften eines Materials als über seine mechanischen. Die Abbesche Zahl ist der Reziprokwert der Dispersionskraft eines Materials. Sie zeigt den Grad der chromatischen Aberration (Farbenquerfehler) an, den der Brillenträger erfahren wird. Die Abbeschen Zahlen sind für die Heliumlinie d, Vo, angegeben, wobei V" =(n"-l)/(nF-nc) nc ist der Brechungsindex des Materials für die Wellenlänge von Wasserstoff C (656,27 nm) und nF ist der Brechungsindex für die Wellenlänge von Wasserstoff F (486,13 nm).